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Pressemitteilung Nr. 395
München, 07.09.2017

SÖDER: MAßGESCHNEIDERTES DIGITALISIERUNGSPAKET FÜR DIE ERFOLGREICHE LANDWIRTSCHAFT VON MORGEN
Einsatz von digitalen Zukunftstechnologien in der Landwirtschaft fördern // Landwirte können künftig Fahrzeugpositionierungsservice kostenfrei nutzen

Die zunehmende Digitalisierung verändert auch die Arbeit auf den Bauernhöfen und das Leben auf dem Land nachhaltig, angefangen vom Melkroboter über den selbstfahrenden Traktor bis hin zu digitalen Grundstücksdaten. „Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil unserer Heimat und prägt die bayerische Kulturlandschaft. Die Staatsregierung steht eng an der Seite ihrer Landwirte und unterstützt sie, wo immer es möglich ist. Wir haben zusammen mit dem Bayerischen Bauernverband ein maßgeschneidertes Digitalisierungspaket für unsere Land- und Forstwirtschaft entwickelt. Die Digitalisierung und Automatisierung ist wesentlicher Schlüssel für die erfolgreiche Landwirtschaft von morgen“, stellte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder bei der Unterzeichnung des „Digitalisierungspaktes Land- und Forstwirtschaft“ mit dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands Walter Heidl am Donnerstag (7.9.) in der Gemeinde Sulzemoos, Landkreis Dachau, fest.

Landwirte, Waldbauern und Grundstückseigentümer befinden sich inmitten einer rasanten Entwicklung hin zur Land- und Forstwirtschaft 4.0. „Wir wollen den Einsatz von digitalen Zukunftstechnologien in der Landwirtschaft fördern. Landwirte können zukünftig unseren Fahrzeugpositionierungsservice kostenfrei nutzen“, teilte Söder mit. Im neuen Smart-Farming-Paket des Digitalisierungspakts fallen keine Nutzungsgebühren mehr für den amtlichen Dienst zur Fahrzeugpositionierung (FPS) der Vermessungsverwaltung an. Für die Kennungseinrichtung wird eine einmalige Anmeldegebühr von 50 Euro erhoben. Der FPS ermöglicht eine zentimetergenaue Steuerung landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge mit Hilfe von Satellitennavigation. Die hierzu zusätzlich nötigen Korrekturdaten werden vom FPS der Vermessungsverwaltung individuell berechnet und dem Nutzer übermittelt. „Automatisiertes Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen nimmt stetig zu - satellitengestützte Maschinensteuerung macht die Bewirtschaftung von Flächen einfacher, präziser und liefert einen wertvollen Beitrag für die Natur und Umwelt“, merkte Söder an. „Ein Traktor mit GPS-Empfänger und RTK-Korrektursignal kann zentimetergenau gesteuert werden. Dank des Einsatzes von Minister Söder kann mit dem Smart-Farming-Paket‘ eine wichtige Forderung des Bayerischen Bauernverbands umgesetzt werden: das RTK-Signal über den Fahrzeugpositionierungsservice ist künftig kostenfrei und damit auch für kleinere Betriebe leichter einsetzbar“, hob Heidl hervor.“

Der FPS ermöglicht die präzise Einhaltung von geplanten Fahrspuren. Das schont die Bodenstruktur und führt zu geringeren Schäden an Kulturpflanzen. Die Automatisierung der Maschinensteuerung bringt Arbeitserleichterungen für Betriebe und sorgt für einen effizienteren Einsatz der Produktionsmittel. Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel lassen sich so gezielt ausbringen und damit die benötigte Menge reduzieren. Durch die kostenlose Nutzung des Angebots der Vermesser können insbesondere Start-Ups im landwirtschaftlichen Bereich innovative Dienstleistungen speziell für die in Bayern typischen Bewirtschaftungsgrößen entwickeln.

Der Digitalisierungspakt enthält auch ein Angebot für Jagdgenossen. „Bei der Jagd sind klare Zuständigkeiten wichtig. Das Jagdkataster der Vermessungsämter ist das Herzstück bei der Führung und Verwaltung einer Jagdgenossenschaft“, betonte Söder. Aktuelle Daten der Eigentumsverhältnisse der jagdbaren Flächen sind die Basis für ein geordnetes Jagdwesen und die Erfüllung der jagdrechtlichen Aufgaben einer Jagdgenossenschaft. Jagdkataster sind z.B. Grundlage für Abschussplanungen und die Berechnung des Jagdpachtschillings. Ein geordnetes Jagdwesen mit klaren Zuständigkeiten hilft bei aktuellen Themen wie dem Umgang mit Schwarzwildschäden oder der Regulierung von Wildunfällen im Straßenverkehr. „Mit der neuen, stark vergünstigten Kostenstruktur für Jagdkataster entlasten wir die Land- und Forstwirtschaft um rund 300.000 Euro pro Jahr“, merkte Söder an.

„Mehr als 60 Prozent der bayerischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Unsere vielfältig strukturierten Familienbetriebe und alle Menschen im ländlichen Raum dürfen bei der Digitalisierung nicht abgehängt werden. Mit dem Digitalisierungspakt wird ein entscheidender Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern geleistet“, betonte Bauernpräsident Heidl. Land- und Forstwirte profitieren bereits seit vielen Jahren von besonders günstigen Gebühren für Grenzvermessungen im ländlichen Raum. Diese sind im bundesweiten Vergleich im Regelfall in Bayern am günstigsten. Das Digitalisierungspaket steht der Land- und Forstwirtschaft bereits ab dem 1. Oktober 2017 zur Verfügung.

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