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Pressemitteilung Nr. 271
München, 12.07.2018

FÜRACKER VERLEIHT „HEIMATPREIS OBERBAYERN“
„Heimatpreis Oberbayern“ für Bauernhofmuseum Jexhof, Burschenverein Putzbrunn e. V., Fingerhakler Gau Auerberg e. V., Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries e. V., St. Georgs-Verein Traunstein e. V., Verein der Werdenfelser Bergschafzüchter, Weilheimer Goaßlschnalzer

Bayern ist mit seiner Natur, seiner Kultur und seinen Traditionen auf der ganzen Welt berühmt und schon fast zu einem Synonym für Heimat geworden. Das Wohlfühlland Bayern zeichnet sich durch seine hohe Lebensqualität aus. Heimat bedeutet mehr als die Schaffung von wirtschaftlich perfekten Rahmenbedingungen. Erst durch gemeinsame Traditionen entsteht Zusammengehörigkeit. In Bayern ist besonders das Brauchtum fester Bestandteil des einzigartigen Lebensgefühls. „Heute ehren wir Menschen, die sich in Oberbayern um unsere Lebensart verdient gemacht haben. Sie setzen sich mit Verantwortungsbewusstsein, Leidenschaft und Kreativität für den Erhalt unserer Traditionen ein und sorgen dafür, dass diese zukünftigen Generationen weitergegeben werden“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Verleihung des Heimatpreises Oberbayern in Weilheim am Donnerstag (12.7.) fest.

Den „Heimatpreis Oberbayern“ erhalten:

Bauernhofmuseum Jexhof:
Das Bauernhofmuseum Jexhof demonstriert auf sehr anschauliche Weise die Lebenssituation der Landbevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben den dauerhaft zugänglichen Gebäuden und Räumlichkeiten des Hofes gibt es Sonderausstellungen zu regionalen Themen. In regelmäßigen Abständen werden Aktionstage veranstaltet, die das Leben vor etwa einhundert Jahren demonstrieren. Die Besucher können an solchen Tagen zum Beispiel Wäsche ohne Waschmaschine und elektrischen Strom mit feuerbeheiztem Waschkessel, Waschbrett und Kernseife selber waschen, mangeln, trocknen und mit alten Bügeleisen bügeln. Das Wohnhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und bildet das Herzstück des denkmalgeschützten Dreiseithofes. Der ehemalige Kuhstall von 1931 dient heute als Museumseingangsgebäude mit Stüberl im Stile einer alten Dorfwirtschaft. Im Backhaus von 1891 wird auch heute noch Brot gebacken.

Burschenverein Putzbrunn e. V.:
Der im Jahr 1893 gegründete Burschenverein Putzbrunn feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum. Er organisiert seit jeher viele Feierlichkeiten in Putzbrunn, wie das Maibaumaufstellen alle fünf Jahre. Die Putzbrunner Burschen nehmen auch an der Leonhardifahrt in Siegertsbrunn mit Festwagen teil und veranstalten Nachthemdenbälle. Der Burschenverein ist ein wichtiger Anker der dörflichen Gemeinschaft. Er stiftet Identität und tiefe Heimatverbundenheit und verbindet Tradition und Moderne.

Fingerhakler Gau Auerberg e. V.:
Fingerhakeln ist fester Bestandteil der traditionsverbundenen bayerischen Lebenskultur. Dieser Wettkampf hat seine Wurzeln in Wirtshausstreitereien, als Konflikte friedlich beim Fingerhakeln ausgetragen wurden anstelle einer Prügelei. Heute ist er ein Nischensport mit festen Trainingseinheiten, um in bayerischen, deutschen und alpenländischen Meisterschaften zu bestehen. Der Fingerhakler Gau Auerberg e. V. ist einer der erfolgreichsten Vereine Deutschlands. Er trägt dazu bei, das traditionsreiche Fingerhakeln als bayerische Tradition zu erhalten.

Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries e. V.:
Flößerei und Warentransport auf Isar und Loisach wurde erst ermöglicht durch Waldarbeiter, welche das Holz aus den Bergen ins Tal verbrachten, und Flößer, die dafür sorgten, dass das Holz dort ankam, wo es auch benötigt wurde. Der Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries e. V. vereint in sich diese beiden Handwerksberufe. Die Flößerei ist das älteste Transportmittel der Welt und gehört zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Der Holzhacker- und Flößerverein zählt heute zu den tragenden Säulen der Brauchtumspflege in der Gemeinde Lenggries.

St. Georgs-Verein Traunstein e. V.:
Der im Jahr 1891 gegründete Verein trägt zum Erhalt und zur Pflege des alljährlich am Ostermontag stattfindenden Georgi Rittes nach Ettendorf bei. Dieser wurde erstmals 1762 urkundlich erwähnt. Der Traunsteiner Georgi Ritt zählt zu den schönsten Umritten Altbayerns. Abschluss und Höhepunkt des Ritts ist seit 1926 die Aufführung des historischen Schwertertanzes auf dem Stadtplatz in Traunstein. Die traditionsreiche Veranstaltung ist ein beeindruckendes Bekenntnis zu Glaube, Heimat und Brauchtum.

Verein der Werdenfelser Bergschafzüchter:
Der Zuchtverein für Bergschafe im Werdenfelser Land wurde zur dauerhaften Sicherung des Bestands der regionalen Schafrassen bereits 1923 gegründet. Im Mittelpunkt stehen das weiße Bergschaf, seit 1938 als eigenständige Rasse anerkannt, sowie das braune Bergschaf, das einst als beinahe ausgestorben galt. Durch die Bemühungen des Vereins wurde der Bergschafbestand gesichert. Die Werdenfelser Bergschafe haben im Zugspitzland eine besonders lange Tradition. Sie werden vom Zuchtverein bei der Schafprämierung im Garmischer Zentrum regelmäßig zur Schau gestellt.

Weilheimer Goaßlschnalzer:
Die Weilheimer Goaßlschnalzer sind als Gruppe des Heimat- und Trachtenvereins Weilheim e. V. seit 2003 aktiv. Seinen Ursprung hat das Goaßlschnalzen als eine Art Hupe im Fuhrmannswesen. Es diente als Warnsignal vor unübersichtlichen Stellen und Erkennungszeichen der Fuhrleute. Das laute und schnelle Knallen zur Musik mit der Peitsche ist heute fester Bestandteil bei Heimatfesten. Neben Brauchtumspflege finden aber auch Wettbewerbe statt. So wurde die 29. Bayerische Meisterschaft im Gruppengoaßlschnalzen im Juni 2018 durch die Weilheimer Goaßlschnalzer ausgerichtet.


Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Postfach 22 00 03, 80535 München
Pressesprecher: Sebastian Kraft
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