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Pressemitteilung Nr. 299
München, 23.07.2018

FÜRACKER VERLEIHT „HEIMATPREIS MITTELFRANKEN“
„Heimatpreis Mittelfranken“ für Eppelein-Festspiele Burgthann, Heimatverein Herzogenaurach e. V., Historischer Eisenhammer Eckersmühlen, Kinderzeche Dinkelsbühl, Michaelis-Kirchweih Fürth, Osingverlosung und Rothenburger Meistertrunk

Bayern ist für seine Natur, seine Kultur und seine Traditionen auf der ganzen Welt berühmt. Das Wohlfühlland Bayern zeichnet sich durch hohe Lebensqualität und starke Identifikation seiner Einwohner mit ihrer Heimat aus. Heimat bedeutet dabei mehr als die Schaffung von wirtschaftlich perfekten Rahmenbedingungen. Erst durch gemeinsame Traditionen entsteht Zusammengehörigkeit. In Bayern ist besonders das Brauchtum fester Bestandteil des einzigartigen Lebensgefühls. „Heute ehren wir Menschen, die in Mittelfranken unsere Lebensart und Traditionen pflegen. Sie sorgen dafür, dass unsere Bräuche fortbestehen und an zukünftige Generationen weitergegeben werden“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Verleihung des Heimatpreises Mittelfranken in Ansbach am Montag (23.7.) fest.

Den „Heimatpreis Mittelfranken“ erhalten:

Eppelein-Festspiele Burgthann:
Die Festspiele der Fördergemeinschaft Burg Burgthann e.V. erinnern an den legendären Raubritter Eppelein von Gailingen als „fränkischer Robin Hood“. Die Festspiele finden seit 2005 im dreijährigen Turnus vor der beeindruckenden Kulisse der Burg Thann statt. Eppelein von Gailingen entkam seiner Hinrichtung durch einen legendären, tollkühnen Sprung zu Pferd über den Burggraben in Nürnberg. 1381 wurde er aber in Neumarkt in der Oberpfalz hingerichtet, nachdem er zuvor im mittelfränkischen Burgthanner Burgturm eingesperrt war. Dank dem großartigen Engagement der zahlreichen Mitwirkenden wird Vergangenes wieder lebendig und ein wichtiges Stück Heimatgeschichte in Bayern bleibt auch zukünftig in Erinnerung.

Heimatverein Herzogenaurach e. V.:
Heimatpflege und Liebe zur Heimat stehen im Mittelpunkt des 1906 gegründeten Heimatvereins Herzogenaurach. Der Traditionsverein bietet ein vielfältiges Programm für Herzogenauracher Heimatfreunde.

Historischer Eisenhammer Eckersmühlen:
Eisenhammer Eckersmühlen ist seit 1985 ein lebendiges Museum zur Kunst des Hammerschmiedens, das von der Stadt und dem Landkreis Roth getragen wird. Das beeindruckende industriegeschichtliche Denkmal gibt einen Einblick in historische Arbeits- und Lebenswelten. Der ehemalige Handwerksbetrieb war über fünf Generationen im Besitz der Hammerschmiede-Dynastie Schäff und produzierte noch bis 1974 Geräte zur Holzverarbeitung und für die Landwirtschaft. Zu sehen sind heute Verwaltungs-, Wohn- und Fabrikgebäude mit mehreren einsatzfähigen Eisenhämmern, ein traditioneller Gemüsegarten, ein historisches Stauwerk und eine Dampflok. Regelmäßige Schmiedevorführungen machen die Handwerkskunst erlebbar.

Kinderzeche Dinkelsbühl:
Dinkelsbühler Kinder feierten einst Mitte Juli das erfolgreich zu Ende gebrachte Schuljahr mit einem Ausflug ins Wirtshaus. Zur Belohnung ihrer Schulleistung übernahm die Stadt die Zeche. 1629 wurde diese Kinderzeche erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1897 wird dieses Schulfest um ein historisches Festspiel erweitert. Grundlage des Festspiels ist die Sage um die Turmwächtertochter Lore im Dreißigjährigen Krieg. Als 1632 die Schweden unter dem Obristen von Sperreuth Dinkelsbühl belagerten, flehte die Türmerstochter Lore mit den Kindern der Stadt um Gnade und rettete so die Stadt vor Plünderung und Zerstörung. Die Schüler der 1. bis 8. Klassen aller Dinkelsbühler Schulen und weitere 1.100 ehrenamtliche Helfer stellen das historisches Kinder- und Heimatfest auf die Beine. Die Festwoche umfasst zehn Tage mit historischem Festspiel, Festzug, Schwedenlager und der sog. „Kinderzechguckenverteilung“.

Michaelis-Kirchweih Fürth:
Bayerns größte Straßenkirchweih in der Fürther Innenstadt bietet ein ganz besonderes Flair. Sie ist inzwischen nicht nur eine klassische Kirchweih, sondern bietet auch einen Markt mit Buden, Verkaufsständen und Fahrgeschäften. Die Michalis-Kirchweih ist Teil der fränkischen Kirchweihtradition und findet bereits seit mehr als 900 Jahren statt.

Osingverlosung:
Das erstmals 1465 urkundlich erwähnte Osing ist der größte Gemeinschaftsbesitz in Europa. Die gemeindefreie Hochfläche ist die letzte Markgenossenschaft Deutschlands. Das Areal umfasst 264 Hektar bzw. 213 Feldanteile landwirtschaftliche Gemeinschaftsnutzfläche im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Alle zehn Jahre findet die Osingverlosung zur Aufteilung dieser Fläche unter den Bauern der Dörfer Humprechtsau, Krautostheim, Herbolzheim und Rüdisbronn statt. Die nächste erfolgt im Jahr 2024 und dient der gerechten Verteilung von fruchtbaren und weniger geeigneten Flächen unter den Landwirten. Die genossenschaftliche Praxis der Bodenordnung ist ein uralter Brauch. So erwähnte bereits Tacitus in seinem Werk „Germania“ (98 n.Chr.), dass die Feldmark unter den Bauern per Losverfahren aufgeteilt wurde.

Rothenburger Meistertrunk:
Seit 1881 findet alljährlich das historische Festspiel im Kaisersaal des Rothenburger Rathauses statt. Das Festspiel erinnert an die Rettung der Stadt Rothenburg ob der Tauber durch den Bürgermeister vor dem katholischen kaiserlichen Heer während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1631. Heute bietet das Festprogramm eine Zeitreise mit historischem Händler- und Handwerkermarkt, Feldlager und einem Heereszug durch die Altstadt mit über 800 Teilnehmern.


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