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Pressemitteilung Nr. 190
München, 09.08.2019

100 JAHRE BAMBERGER VERFASSUNG - FÜRACKER ERINNERT AN DIE ERSTE DEMOKRATISCHE VERFASSUNG BAYERNS
Frauen wurden erstmals zur Wahl zugelassen // Sonderausstellung in der Neuen Residenz Bamberg noch bis zum 22. September 2019 geöffnet

Zum Schauplatz bayerischer Verfassungsgeschichte wurde die Neue Residenz Bamberg 1919 als hier vor 100 Jahren die erste demokratische Verfassung Bayerns entstand. Die Bamberger Verfassung wurde am 12. August 1919 vom Landtag, der zu dieser Zeit zusammen mit der Regierung in Bamberg tagte, verabschiedet und zwei Tage später am 14. August 1919 ausgefertigt. „Die Verfassung, die während der gesamten Weimarer Republik gültig blieb, muss als eine bemerkenswerte juristische und politische Leistung angesehen werden. Sie legte die richtungsweisende Weichenstellung für die heute gültige bayerische Verfassung von 1946“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anlässlich dieses besonderen Jubiläums fest. Ein Grundrechtekatalog sah unter anderem Religionsfreiheit sowie die Freiheit von Presse und Kunst vor. Mit der Ausarbeitung der Bamberger Verfassung wurde nach den ersten freien, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen in Bayern, die am 12 Januar 1919 stattfanden, begonnen. Dabei wurden erstmals auch Frauen zur Wahl zugelassen.

An die Geschichte der Bamberger Verfassung sowie an die Nutzung der eindrucksvollen Neuen Residenz Bamberg insbesondere nach der Säkularisation erinnert derzeit die Sonderausstellung „Majestäten, Königskinder, Verfassungsväter. Die neue Residenz im langen 19. Jahrhundert“. Dabei werden in den Räumen der Neuen Residenz rund 100 Objekte aus der fürstbischöflichen Zeit bis in das frühe 20. Jahrhundert präsentiert. Darunter unter anderem der Thronsessel von König Otto für das Athener Schloss oder die Prunkwiege von Luitpold, Sohn des Erbprinzen Rupprecht. „Die Sonderausstellung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise die historische Bedeutung der Residenz für unsere Heimat und erzählt dabei ein Stück bayerischer Geschichte aus Bamberger Perspektive.“ merkte Füracker an. Mehrere tausend Besucher kamen bereits in die Sonderausstellung, die noch bis zum 22. September 2019 während der regulären Öffnungszeiten der Neuen Residenz Bamberg zu sehen ist.

Die Neue Residenz Bamberg aus dem 17. Jahrhundert ist das weithin sichtbare Zeichen der einstmals fürstbischöflichen Herrschaft auf dem Bamberger Domberg und als identitätsstiftender Ort für die ganze Region von großer Bedeutung. Mit prachtvollen Möbeln und Kunstwerken ausgestattete Appartements verdeutlichen bis heute den herausragenden Stellenwert der Bamberger Residenz für den barocken Schlossbau in Franken. Unter anderem bewohnte König Otto von Griechenland nach seiner Rückkehr 1863 die ehemals fürstbischöfliche Residenz.


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