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Pressemitteilung Nr. 346
München, 27.07.2017

FÜRACKER: MEHR SCHUTZ FÜR BAYERNS IT-NETZE
Freistaat ist erstes Bundesland mit einer eigenständigen IT-Sicherheitsbehörde // Konferenz „Sicherheit im digitalen Bayern“ in Weiden

Cyberangriffe nehmen rasant zu. Auch im bayerischen Behördennetz wurden im letzten Jahr 20 Prozent mehr Sicherheitsvorfälle registriert. Täglich verzeichnen der BayernServer und das BayernNetz rd. 40.000 Angriffsversuche auf das Bayerische Behördennetz, die fast vollständig vollautomatisch an den Schutzmechanismen abprallen. „Bürger und Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten bei der Verwaltung gut und sicher aufgehoben sind. Bayern rüstet sich intensiv, um Bedrohungen aus dem Cyberraum abzuwehren. Mit dem LSI beugen wir der sich laufend verschärfenden Cyber-Sicherheitslage vor, festigen unser hohes Sicherheitsniveau für die Zukunft, schaffen Grundlage für die Sicherheit Bayerns im digitalen Zeitalter und sichern so die digitalen Standortvorteile Bayerns“, betonte Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker bei der Eröffnung der Konferenz „Sicherheit im digitalen Bayern“ in Vertretung von Finanzminister Dr. Markus Söder am Donnerstag (27.7.) in Weiden. „Derzeit prallen über 99 Prozent der Angriffe vollautomatisch an unseren Sicherheitsmaßnahmen ab, der Rest wird durch unsere Experten gelöst“, merkte Füracker an.

Bayern reagiert als erstes Bundesland mit einer eigenständigen IT-Sicherheitsbehörde auf neue Gefährdungslagen. Damit kann vorausschauend und effizient auf die immer neuen Cyberangriffe und Kriminalität im Internet reagiert werden. „Gleichzeitig wird das neue Landesamt Kommunen und Bürger aktiv beraten und unterstützen“, kündigte Füracker an. Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) wird neue Bedrohungen analysieren, Gegenmaßnahmen entwickeln und bestehende Sicherheitsmaßnahmen laufend fortentwickeln. Bis zum Jahr 2020 sollen 200 Sicherheitsexperten die IT-Netze und IT-Verfahren der bayerischen Staatsverwaltung noch sicherer machen. „Auch im Zeitalter der Digitalisierung muss Bayern seine eigene Sicherheit selbst gewährleisten können“, hob Füracker hervor. Kernaufgabe des LSI ist der Schutz und die Gefahrenabwehr für staatliche IT-Systeme.

Angriffe aus dem Internet auf IT-Systeme und Netze nehmen stark zu. Online-Shopping, Online-Banking oder Digitale Verwaltung - die große Nutzung der IT in vielen Lebensbereichen erhöht zugleich die Anfälligkeit für Cyber-Attacken. Trojaner und Attacken auf Internet-Router richten großen Schaden an. Mit Daten-Kidnapping wird eine neue Dimension von Erpressung versucht. Gleichzeitig werden die Angriffe professioneller, ausgereifter und trickreicher. Kernaufgabe des LSI wird der Schutz und die aktive Gefahrenabwehr für staatliche IT-Systeme, den BayernServer und das BayernNetz sein. Hierfür gibt es bereits seit über 10 Jahren eine eigene Anti-Hacker-Einheit, das BayernCERT mit Standorten in Würzburg und Bad Neustadt a.d.Saale, das als Keimzelle in das LSI aufgenommen wird.

Gleichzeitig wird das LSI mit IT-Forensik und Profiling-Teams neue Bedrohungen analysieren, Gegenmaßnahmen entwickeln und bestehende Sicherheitsmaßnahmen laufend fortentwickeln. „Durch Informationsveranstaltungen und anlassbezogene Beratung wird das LSI Bürger, Kommunen und Behörden für Risiken im Cyberraum sensibilisieren. Ferner werden Schulungsangebote vor Ort angeboten über die BayernLabs, die wir gleichmäßig über ganz Bayern verteilt aufbauen“, so Füracker. Im Rahmen von nationalen und internationalen Sicherheitsallianzen soll die internationale Internetkriminalität zielgerichteter und schlagkräftiger bekämpft werden.

Der BayernServer, das staatliche Rechenzentrum, betreibt 2.500 IT-Verfahren und speichert über sechs Millionen Gigabyte an Daten, was einem DVD-Turm von rund einem Kilometer Höhe entspricht. Der BayernServer sichert hochsensible Daten von Bürgern, Kommunen und Unternehmen, u.a. Daten von jährlich ca. 5,6 Millionen Steuerfällen. Das BayernNetz ist die zentrale IT-Infrastruktur der staatlichen und kommunalen Verwaltung an dem alle Staatsbehörden und Landratsämter sowie über die Hälfte der bayerischen Kommunen mit rund 300.000 PCs angeschlossen sind.


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