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Pressemitteilung Nr. 212
München, 03.09.2019

FÜRACKER VERLEIHT „DIALEKTPREIS BAYERN 2019“
Neun Preisträger für ihre besonderen regionalen Verdienste um die Dialektpflege und Dialektologie gewürdigt

In diesem Jahr wurden 9 Personen oder Projekte mit dem „Dialektpreis Bayern“ ausgezeichnet. Der von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker heute (3.9.) in München verliehene und mit je 1.000 Euro dotierte Preis würdigt besondere regionale Verdienste im Bereich Dialektpflege und -forschung. „Der Dialekt ist mit der Heimat eng verwoben und ist gelebte Kultur. Er schafft das Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit und zählt zum kulturellen Erbe Bayerns. Die Preisträger tragen durch ihr Schaffen und ihre Projekte nachhaltig dazu bei, dass die „Heimatsprache“ aktiv gepflegt und erforscht wird. Nur so können wir die heimischen Dialekte auch für die kommenden Generationen erhalten“, betonte Füracker. „Unsere Preisträger zeigen, dass die Pflege der Mundart nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft im Freistaat genießt. Dieses Engagement würdigen wir im dritten Jahr in Folge mit dem Dialektpreis Bayern.“

Für jeden Regierungsbezirk ist grundsätzlich eine Auszeichnung vorgesehen. Für Schwaben werden im Hinblick auf die beiden Sprachregionen Allgäu und Nord-/Mittelschwaben jeweils separate Preise vergeben. Zusätzlich gibt es einen Preis für die sudetendeutsche Mundartpflege. Nach dem Zuständigkeitswechsel für den Bereich Heimatpflege wird die Preisverleihung dieses Jahr erstmals allein vom Finanz- und Heimatministerium ausgerichtet.

Folgende Preisträger wurden mit dem „Dialektpreis Bayern 2019“ ausgezeichnet:

Oberbayern: Prof. Dr. Anthony Rowley
Der Sprachwissenschaftler mit britischen Wurzeln ist derzeit einer der führenden Dialektologen. Seine Leidenschaft für Mundartliches wurde bereits während seines Auslandstudiums (1975-1977) in Bayern geweckt. 1981 folgte die Promotion an der Universität Bayreuth über das Thema „Cimbrische Sprache im trentinischen Fersental“, 1987 die Habilitation über die Morphologie der Mundarten Nordostbayerns. Als Redaktionsleiter des Bayerischen Wörterbuchs erforschte Herr Prof. Dr. Rowley seit 1988 im Auftrag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die bairischen Dialekte. Vielen bekannt ist er durch den Beitrag „Host mi“ in der Fernsehsendung „Wir in Bayern“,

Niederbayern: Cimbern-Kuratorium-Bayern e.V.
Das Cimbern-Kuratorium Bayern e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Sprache und Kultur der Zimbern zu pflegen und zu fördern. Die zimbrische Sprache, die als ältester bairischer Dialekt gilt, wurde durch Siedler aus Oberbayern zwischen 1050 und 1350 nach Oberitalien gebracht und ist dort in einzelnen Sprachinseln nach wie vor lebendig. Der in München gegründete Verein hat heute seinen Sitz in Velden an der Vils und feiert dort vom 6. bis 8. September 2019 sein 50-jähriges Bestehen. „Ich freue mich, dass wir zusätzlich zum Dialektpreis den Verein zur Feier dieses Jubiläums auch mit 4.800 Euro aus Mitteln der Heimatpflege unterstützen können“, teilte Füracker mit.

Oberpfalz: P-Seminar „Dirscharad- dou samma daham“ des Stiftland-Gymnasiums Tirschenreuth
14 Schülerinnen und Schüler haben sich von 2017 bis 2019 intensiv mit dem Thema Dialekt auseinandergesetzt. Sie gingen der Frage auf den Grund, wie es gelingen könne, dass der Dialekt nicht kontinuierlich von der Hochsprache verdrängt würde. Mittelpunkt des Seminars waren zwei Tage an der Marien-Grundschule in Tirschenreuth, an denen die Schülerinnen und Schüler den Grundschülern den Dialekt näherbrachten.
Die erarbeiteten Witze, Gedichte und Spiele wurden in einer lesenswerten Broschüre veröffentlicht.

Oberfranken: David Saam
Mit seinem großen fachlichen Können öffnet der Musiker fränkische Volksmusik für Einflüsse aus aller Welt und zeigt wie völkerverbindend Musik sein kann. Am liebsten mit Akkordeon, aber auch mit Gitarre oder Ukulele singt er im Dialekt in vielen regional und bundesweit bekannten Gruppen wie beispielsweise „Boxgalopp“, die den Festakt heute auch musikalisch begleitet haben. In 2018 brachte er seine eigene CD mit fränkischen Mundart-Kinderliedern heraus und wurde dieses Jahr mit dem „Kulturpreis der Oberfrankenstiftung“ ausgezeichnet.

Mittelfranken: Günter Stössel
Der geborene Nürnberger ist seit 1974 mit Blues, Folk und Ragtime-Liedern, unterlegt mit fränkischer Mundart, auf zahlreichen Bühnen vertreten. Der Liedermacher, Schriftsteller und Mundartdichter mit dem trockenen fränkischen Humor ist freiberuflicher Redakteur beim Bayerischen Rundfunk mit einer eigenen Kolumne. Zuletzt übersetzte er unter anderem Texte von Wilhelm Busch und zwei Bände der Asterix-Mundartreihe in fränkischen Dialekt.

Unterfranken: Veronika Klose
Bereits seit 30 Jahren ist Veronika Klose Mitglied im Kuratorium der Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken e. V; seit Juli 2019 als Erste Vorsitzende. Ziel des Vereins ist es, den Wert der Mundart bewusst zu machen und sie von Vorurteilen zu befreien. Aktuell großes Projekt ist die Organisation von „Wurzelwerk“, einem bundesweit einzigartigen Amateurtheaterfestival, das zum dritten Mal und erstmals in Bayern stattfindet - und zwar von 12. bis 15. September auf den Bühnen der fränkischen Passionsspiele Sömmersdorf. Für die Ausrichtung der Veranstaltung wurde der Verein bereits mit Mitteln der Heimatpflege i. H. v. 10.000 Euro gefördert. Als Schulrätin setzt sich Frau Klose zudem dafür ein, dass Dialekt auch Platz in den Schulen findet.

Allgäu: Dr. Manfred Renn
Der Sprachwissenschaftler beschäftigt sich vor allem mit Allgäuer Dialekten und Mundarten der umgebenden Regionen Augsburg und Oberbayern. Er war unter anderem maßgeblich an dem Projekt Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben beteiligt, der in 15 Bänden vollständig erschienen ist. Als absoluter Experte für die Allgäuer Mundart hält er zahlreiche Vorträge und ist Referenzperson für entsprechende Nachfragen.

Nord-/Mittelschwaben: Nikolaus Maucher
Nikolaus Maucher, der sich selbst als „Schwäbischer Wortwerker und Theaterer“ bezeichnet, verfasst seit Jahrzehnten Theaterstücke, Geschichten und Gedichte in Mundart. Als Leiter des Pfaffenhofener Theaters schreibt er seit über 30 Jahren schwäbische Theatergeschichte. Zudem war er Gründungsmitglied der Kleinkunstbühne „Brett im Schtoi“ und Referent bei Theaterseminaren des Bezirk Schwaben. Mit seinem vielfältigen Engagement setzt er sich dafür ein, dass die schwäbische Mundart in ihrer regionalen Vielfalt gepflegt und ernst genommen wird.

Sudetendeutsche: Mauke - Die Band
Die Band, die aus den Musikern und Kabarettisten Wolfgang Klemm, Michael O. Siegmund, Herbert Stumpe, Sven Siegmund, Björn Siegmund und Dieter Schaurich besteht, wurde 2006 gegründet. Sie ist beheimatet im Kaufbeurer Ortsteil Neugablonz, einem von fünf bayerischen Vertriebenenstädten, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden. Indem Sie den nordböhmischen Dialekt der vertriebenen Gablonzer, das „Paurische“ als Kommunikationsmittel für Inhalte der Gegenwart verwendet, trägt sie dazu bei, dass die Sprache kein museales Kulturgut wird, sondern lebendig bleibt.
Schnell wurde sie durch ihre Lieder mit viel Witz, Schlagfertigkeit und kabarettistischen Elementen zur „Neugablonzer Kultband“.


Die Vorschläge für die Preisträger des „Dialektpreises Bayern 2019“ wurden im Vorfeld von den bayerischen Bezirksheimatpflegern eingereicht.


Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, Postfach 22 15 55, 80505 München
Pressesprecherin: Andrea Ebenhoch-Combs
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